Auf den Fildern steht fast überall Lösslehm an: bindig, schwer, bei Nässe schmierig und bei Trockenheit hart wie Ziegel. Für Erdarbeiten heißt das Bodenklasse 4, Staunässe in der Baugrube, hohe Tonnage beim Abfahren und ein Aushub, der sich nur begrenzt wieder einbauen lässt. Wer das vorher einplant, spart Baustellentage und Deponiegebühren, die im Raum Stuttgart besonders hoch sind.
Wie der Filderboden entstanden ist, kurz und ohne Geologiestudium
Die Filder sind eine Hochfläche zwischen Stuttgarter Kessel, Neckartal und Schönbuch. In den Eiszeiten hat der Wind feinen Staub aus den Flusstälern hierher geweht und als Löss abgelagert, stellenweise mehrere Meter dick. Über Jahrtausende wurde der Kalk aus den oberen Schichten ausgewaschen, übrig blieb Lösslehm. Das ist der Boden, der das Filderkraut groß macht und die Bauherren ärgert.
Unter dem Löss liegen Keuperschichten. Auf der Hochfläche selbst kommen sie beim normalen Kelleraushub selten zum Vorschein. An den Rändern, wo das Gelände nach Stuttgart-Degerloch, Vaihingen, Sillenbuch, ins Siebenmühlental bei Musberg oder ins Neckartal bei Esslingen abfällt, stehen sie frei: Mergel, Tonsteine, Sandsteinbänke, teils Gipskeuper. Noch weiter draußen, im Gäu Richtung Herrenberg und im Neckartal, kommt Muschelkalk dazu. Wer dort baut, hat mit anderen Böden zu tun als in Echterdingen oder Bernhausen. Alles Weitere dazu ist Sache eines Bodengutachters, nicht eines Baggerbetriebs. Wir beschreiben hier, was wir beim Graben sehen.
| Lage | Untergrund | Bodenklasse, Orientierung | Worauf wir achten |
|---|---|---|---|
| Filderhochfläche: LE, Filderstadt, Ostfildern, Möhringen, Plieningen | Lösslehm, mehrere Meter | 4 | Wetterfenster, Staunässe, Tonnage |
| Filderrand: Degerloch, Sillenbuch, Musberg, Stetten, Esslinger Hänge | Lösslehm über Keuper, Hangschutt | 4 bis 6 | Böschung, Hangwasser, Rutschgefahr, Bodengutachten |
| Stuttgarter Kessel, Neckartal | Keuper, Talfüllungen, Auelehm | 3 bis 6 | Grundwasser, Sulfat im Gipskeuper, Verbau |
| Gäu westlich von Böblingen | Muschelkalk, Lehmdecken | 4 bis 7 | Fels in geringer Tiefe, Hammer statt Löffel |
Was Lösslehm beim Aushub macht
Lösslehm ist bindig. Trocken lässt er sich gut lösen und steht in der Grubenwand lange senkrecht, man kann saubere Böschungen schneiden. Nass klebt er am Löffel, die Grubensohle wird zur Rutschbahn, Reifen und Ketten tragen ihn auf die Straße. Zwischen beidem liegen zwei Tage Regen.
Deshalb ist auf den Fildern das Wetterfenster so wichtig wie die Maschine. Ein Aushub, der in trockener Woche an einem Tag erledigt ist, braucht nach einem nassen Wochenende zwei, und der Boden ist dann schwerer, schlechter zu laden und schlechter zu lagern. Wir legen Fahrplatten, damit Rasen und Pflaster nicht zerfahren werden, und halten die Zufahrt mit Schotter befahrbar, wenn es länger dauert. Der Minibagger kommt mit Gummiketten durch einen Meter Durchgang, der Atlas-Mobilbagger auf Rädern braucht einen tragfähigen Weg.
Was das für die Kalkulation bedeutet, lesen Sie unter Baugrube ausheben: Kosten pro m³ und Bagger mit Fahrer mieten.
Staunässe: Warum die Grube nach Regen zum Teich wird
Lösslehm lässt Wasser kaum durch. Regen, der in die Baugrube fällt, versickert nicht, er steht. Das ist kein Grundwasser, sondern Stauwasser, und es ist auf den Fildern der Normalfall. Für die Baustelle heißt das:
- Pumpensumpf einplanen. Eine Ecke der Grube wird etwas tiefer ausgehoben, dort sammelt sich das Wasser und wird abgepumpt.
- Sohle schützen. Eine aufgeweichte Sohle trägt nicht mehr. Der Rohbauer sollte die Sauberkeitsschicht zügig nach dem Aushub einbringen, nicht erst nach zwei Wochen.
- Nicht in der Grube fahren. Jede Fahrspur auf der Sohle wird zur Wanne.
Für das fertige Haus ist Stauwasser der Grund, warum die Abdichtung nach dem Lastfall „drückendes Wasser" oder eine wasserundurchlässige Betonwanne geplant wird. Eine Ringdrainage nach DIN 4095 hilft nur, wenn das Wasser irgendwohin abfließen kann, auf der ebenen Hochfläche fehlt oft der Vorfluter. Das entscheiden Statiker und Bodengutachter, wir bauen den Graben und das Drainagebett so, wie es geplant ist.
Hanglagen am Rand der Filder
Wo die Hochfläche abfällt, ändert sich alles. Der Löss wird dünner, darunter kommt Keuper, und der ist in Hanglagen für Rutschungen bekannt, vor allem wenn Wasser dazukommt. An den Hängen von Degerloch, Sillenbuch, Musberg oder Esslingen bauen wir nur mit Bodengutachten, weil Böschungswinkel, Verbau und Hangwasser dort nicht geschätzt werden dürfen.
Drei Regeln aus der Praxis:
- Böschung nach DIN 4124. Bis 1,25 m Tiefe darf eine Grube in standfestem Boden senkrecht stehen, darüber braucht es eine Böschung, in bindigem Boden höchstens 60 Grad, oder einen Verbau. Am Hang wird flacher geböscht oder verbaut, was mehr Aushub und mehr Platz heißt.
- Kein Aushub oberhalb der Grube lagern. Das Gewicht drückt auf die Böschung, die ohnehin unter Spannung steht.
- Wasser abfangen, bevor es in die Grube läuft. Ein Fanggraben oberhalb kostet eine Stunde und erspart einen aufgeweichten Hang.
Stützmauern, Abgrabungen und Aufschüttungen sind nach dem Anhang zu § 50 LBO BW bis zu bestimmten Höhen verfahrensfrei, darüber braucht es ein Verfahren und einen Standsicherheitsnachweis. Welche Grenze für Ihr Grundstück gilt, sagt Ihnen das Baurechtsamt Leinfelden-Echterdingen oder für Gemeinden ohne eigene Baurechtsbehörde das Landratsamt Esslingen. Im Zweifel dort nachfragen, bevor der erste Löffel im Hang steckt.
Wiedereinbau oder abfahren?
Der Lehm, der aus der Grube kommt, ist nicht wertlos, aber auch nicht beliebig verwendbar.
- Oberboden wird getrennt abgetragen und seitlich gelagert. § 202 BauGB verlangt, dass Mutterboden in nutzbarem Zustand erhalten bleibt. Nach dem Bau kommt er auf die Gartenflächen zurück.
- Lösslehm taugt für die Verfüllung der Arbeitsräume und für die Geländemodellierung, wenn er trocken genug ist und lagenweise verdichtet wird. Unter Zufahrt, Terrasse, Bodenplatte oder Pflaster hat er nichts verloren, dort gehört Schotter als Frostschutz- und Tragschicht hin.
- Alles andere fährt ab. Und hier wird es auf den Fildern teuer, weil Lehm schwer ist und Deponieraum knapp.
Ein Rechenbeispiel mit Netz-Orientierungswerten: 100 m³ fester Lehm sind 180 bis 200 t. Bei 15 EUR je Tonne Deponiegebühr sind das 2.700 bis 3.000 EUR, bei den rund 50 EUR, die aus dem Raum Stuttgart berichtet werden, 9.000 bis 10.000 EUR. Transport kommt in beiden Fällen dazu. Jeder Kubikmeter, der sinnvoll auf dem Grundstück bleibt, spart also 50 bis 100 EUR. Dafür braucht es Lagerfläche und einen Plan, wo der Boden am Ende hin soll. Für die Deponie muss der Boden eingestuft sein, unbelasteter Filderlehm ist in der Regel Z0, das Baugrundgutachten kann die Beprobung gleich mitliefern. Ab bestimmten Mengen verlangen die Deponien eine Deklarationsanalyse.
Was wir mit dem Abrollkipper abfahren und in Containern bereitstellen, steht unter Containerdienst und Container bestellen: Welche Größe?.
Was das für Ihr Projekt heißt
- Planen Sie auf den Fildern ein Wetterfenster ein, nasser Lehm kostet Tage und Tonnen.
- Rechnen Sie mit Stauwasser in der Grube und mit einem Pumpensumpf, auch ohne Grundwasser.
- Am Filderrand und an Hängen ist das Bodengutachten keine Formalie, sondern die Grundlage für Böschung und Verbau.
- Trennen Sie Oberboden und Lehm, lagern Sie, was wiederverwendbar ist, und fahren Sie nur ab, was weg muss.
- Lassen Sie den Aushub früh beproben, dann ist der Entsorgungsweg vor dem ersten Baggertag klar.
Schicken Sie uns über die Anfrage Pläne, Fotos vom Grundstück und die Lage, oder wir kommen zum Ortstermin. Danach nennen wir Ihnen einen festen Preis für Erdbau oder Gartenbau-Erdarbeiten, und unsere Projekte zeigen, wie wir in Leinfelden-Echterdingen, Filderstadt und Ostfildern mit dem Lehm umgehen.
Boden und Genehmigung in Ihrem Ort
Was in Ihrem Ort beim Boden, bei der Zufahrt und bei Genehmigungen zu beachten ist, steht auf unseren Ortsseiten: Leinfelden-Echterdingen, Filderstadt, Ostfildern, Neuhausen auf den Fildern und Stuttgart.

